FFP2 Zertifizierung prüfen – aber wie?

Zu sehen ist eine Atemschutzmaske, auf der keine CE-Kennzeichnung zu sehen ist. Die Maske wird von Viren umgeben.

Mit Ausbruch der Covid-19-Pandemie haben wir Bekanntschaft mit der sogenannten A-H-A-Formel gemacht. Neben dem Mindestabstand und der allgemeinen Hygiene, achten wir seitdem besonders darauf, im Alltag eine Atemschutzmaske zu tragen. Seit Einführung der neuen Verordnung der Bundesregierung im Januar 2021 wurde die Maskenpflicht weiter verschärft. Nun ist es nicht mehr ausreichend, eine einfache Halbmaske als Mund-Nasen-Schutz zu tragen, vielmehr sind nun mindestens medizinische, z. B. OP-Masken und FFP2 Masken, Pflicht. Durch die hohe Nachfrage nach FFP2 Masken haben sogar Apotheken unwissend FFP2 Fakes in den Umlauf gebracht – wir erklären Ihnen, auf was man bei FFP2 Masken achten sollte und wie Sie die FFP2 Zertifizierung prüfen können.

 

Woran kann ich eine FFP2 Maske erkennen?

Leider fördert eine hohe Nachfrage auch immer das Auftreten von Fälschungen oder minderwertigen Produkten, die sich als vermeintlich zertifiziert tarnen. Sie erfüllen in der Regel nicht alle Zulassungsmerkmale. Die Dekra schätzt, dass 60 bis 80 Prozent der aktuell auf dem Markt befindlichen FFP2 Masken keine Baumusterprüfung erhalten haben und damit auch kein Prüfzeichen einer zugelassenen Stelle. Aufgrund der vielen mangelhaften FFP2 Masken – meist aus China – herrscht große Unsicherheit beim Verbraucher. Vielleicht fragen auch Sie sich, woran Sie eine FFP2 Fälschung erkennen bzw. wie Sie selbst die FFP2 Zertifizierung prüfen können.

Falsche FFP2 Masken aus China können Sie erkennen, indem Sie die Zertifizierung der FFP2 Masken prüfen. FFP2 (und auch übrigens FFP3) Atemschutzmasken müssen stets ein CE-Kennzeichen sowie eine vierstellige Nummer eines Prüflabors dahinter vorweisen. Diese sogenannte CE-Nummer gibt Aufschluss darüber, bei welcher zugelassenen Prüfstelle das Zertifikat ausgestellt wurde.

FFP2 Zertifizierung prüfen

Zu sehen ist eine FFP2 Maske, auf der die einzelnen Bestandteile der CE-Kennzeichnung erkennbar sind.

Bevor ein Maskenhersteller eine zertifizierte Atemschutzmaske auf den Markt bringen möchte, muss er eine sogenannte EU-Konformitätserklärung abgeben. Sie versichert, dass die Maske die grundlegenden Anforderungen zur Gesundheit und zum Schutz erfüllt.

Die Hersteller der FFP Masken dürfen dabei aber nicht einfach selbst die FFP2 Zertifizierung prüfen, sondern müssen sich das von einem unabhängigen Prüflabor bestätigen lassen. Diese Prüfstelle prüft das Produkt noch vor der Markteinführung.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich bei Ihrer Maske nicht doch um einen FFP2 Fake handelt, können Sie eine Prüfung der CE-Nummer in der sogenannten NANDO-Datenbank auf der Website der EU-Kommission vornehmen. Aktuell gibt es in Deutschland zwei zugelassene Prüflabore: die Dekra Testing and Certification GmbH (Prüfnummer 0158) sowie das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) mit der Prüfnummer 0121. Die Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) ist für die Überwachung der Prüfstellen in Deutschland zuständig. Neben deutschen CE-Nummern sind auch Nummern anderer notifizierter Stellen, die in der NANDO-Datenbank ausgewiesen sind, zulässig, weshalb Sie auf unseren FFP2 Masken die Nummer CE 1008 finden.

Daneben gibt es noch zusätzliche Hinweise auf FFP2 Fälschungen: Auf FFP2 Masken, die der EU-Norm entsprechen, müssen laut IFA weitere Angaben zu finden sein. Außer der Klasse (z. B. FFP plus Grad der Schutzstufe) folgt eine Leerstelle und der Buchstabe „R“, wenn die Maske wiederverwendbar ist bzw. „NR“ für nicht wiederverwendbar. Auch der Buchstabe „D“ kommt vor, er steht für einen bestandenen Dolomitstaubtest.

Darüber hinaus sollte neben der Nummer und dem Jahr der Veröffentlichung der EU-Norm, auch der Hersteller oder eine Marke auf der FFP Maske abgedruckt sein. Außerdem sollte eine Konformitätserklärung des Maskenherstellers in der Verpackung oder online verfügbar sein und der Hersteller kann auf Anfrage eine EU-Bescheinigung für die Baumusterprüfung vorweisen.

Falls Sie eine FFP2 Maske ohne CE-Prüfnummer gekauft haben, können Sie davon ausgehen, dass diese FFP2 Maske ein Fake ist. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber-Artikel zur CE-Zertifizierung.

Achtung bei FFP2 Masken aus China

Aufgrund der hohen Standards ist gerade bei der Schutzausrüstung ein Sicherheitsmangel nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen und muss daher sorgfältig in Laboren nachgewiesen werden. Wenn mangelhafte FFP2 Fälschungen nicht der Filterwirkung entsprechen, die sie laut FFP2 Kennzeichnung erbringen sollten, werden sie zur Gefahr für den Menschen, der sie nutzt.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat bekanntgegeben, dass auch Atemschutzmasken aus dem Ausland die Anforderungen der EU-Norm für FFP2 Masken erfüllen. Wichtig für FFP2 Masken aus China ist die Kennzeichnung KN95. KN95 Masken schützen genauso gut wie Masken mit CE-Zertifikat, wenn sie entsprechende Tests bestanden und eine Bestätigung der zuständigen deutschen Marktüberwachungsbehörde erhalten haben. Alle KN95 Atemschutzmasken unserer Hersteller werden zusätzlich in Mitteleuropa von einem europäischen Prüflabor (NB 2534) CE-zertifiziert und erfüllen die Anforderungen für Persönliche Schutzausrüstung (PSA) gemäß PSA-Verordnung (EU) 2016/425.

Was mache ich mit einer FFP2 Fälschung?

Da es durch das rasche Voranschreiten der Pandemie im letzten Jahr zeitweise erlaubt war, nicht-konforme FFP2 und FFP3 Masken zu verkaufen, sind noch immer mangelhafte und falsche FFP2 Masken, z. B. aus China, im Umlauf. Doch was sollen Händler und Apotheken tun, wenn sich diese noch in ihrem Bestand befinden?

Erst einmal sollten Sie den Verkauf unverzüglich einstellen und gemäß dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Kunden bereits verkaufter Masken über einen Rückruf informieren.

Weiterhin gibt es zwei Plattformen, auf denen Sie zum einen konforme Halbmasken und zum anderen FFP2 Fälschungen einsehen können: Die Matching-Plattform Schutzausrüstung (MAPS) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie die Datenbank »Gefährliche Produkte in Deutschland« der Bundesanstalt für Arbeitsschutz (BAuA).

Fazit: Auf was muss man bei FFP2 Masken achten?

Zwischen FFP2 Fälschungen, die aktuell noch auf dem deutschen Markt vertrieben werden, ist der Verbraucherwunsch, FFP2 Masken direkt auf den ersten Blick zu erkennen, nachvollziehbar. Dabei ist die einfachste Methode, die auf Ihrer FFP2 Maske abgedruckte Zertifizierung zu prüfen.

Achten Sie bei der CE-Kennzeichnung auf folgende Elemente:

  • Das CE-Kennzeichen
  • Die vierstellige Nummer des Prüflabors
  • Die Klasse bzw. Schutzstufe (z. B. FFP2)
  • Die Buchstaben „R“ (wiederverwendbar), „NR“ (nicht wiederverwendbar) oder „D“ (bestandener Dolomitstaubtest)
  • Die Nummer und das Jahr der Veröffentlichung der EU-Norm
  • Der Name des Maskenherstellers oder die Marke

Finden Sie auf Ihrer FFP2 Maske alle diese Informationen, halten Sie ein qualitatives und geprüftes Produkt in den Händen. Haben Sie eine FFP2 Maske gänzlich ohne Prüfzeichen erhalten, sollten Sie von der Verwendung der Atemschutzmaske absehen, da die notwendige Filterwirkung möglicherweise nicht erreicht wird.

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